Wissen: Chancen und Risiko bei Unternehmensanleihen

Dezember 5, 2010 in Anlagestrategie, Anleihen

Sicherlich, im Moment läuft es gut an den Börsen.  Immerhin hat der Leitindex der 30 größten Unternehmen Deutschlands innerhalb von nur 3 Monaten eine wahre Rallye mit einer Kurssteigerung von über 10 % hingelegt. Warum sollte man über Alternativen nachdenken? Aber vielleicht gerade deshalb. Was gibt es denn für Alternativen?  Eine Alternative könnten Unternehmensanleihen sein. Unternehmensanleihen  – auch Corporate Bonds genannt – gehören zu den Verzinslichen Wertpapieren.

Größere Unternehmen besorgen sich über Unternehmensanleihen Kredite am Kapitalmarkt. Durch die Ausgabe von Unternehmensanleihen erschließen sich die Unternehmen eine zusätzliche Finanzierungsquelle. Es stellt für die Unternehmen also eine Alternative zu einem herkömmlichen Bankkredit dar. Da Anleihen wie Aktien an der Börse gehandelt werden, hat der Käufer (Gläubiger) neben Zinserträgen auch die Chance auf Kurssteigerungen. Die Kurssteigerungen werden aber nicht so heftig ausfallen, wie man es von Aktien gewohnt ist. Die Wertsteigerunge bewegen sich eher im unteren einstelligen Prozentbereich. Wenn überhaupt.

Da Unternehmensanleihen  grundsätzlich ausfallrisikobehaftet sind, z.b. durch Insolvenz des Unternehmens, fordern Anleger für das Risiko eine höhere Verzinsung als bei sicheren Kapitalanlagen. Wichtig ist also die Bonität – die Kreditwürdigkeit – des Unternehmens zu kennen, da eine hohe Bonität eine geringes Ausfallrisiko wiederspiegelt. Die Bonität wird von unabhängigen Ratingagenturen ermittelt. Das höchste Rating ist “AAA“.  Anleihen die dieses Rating aufweisen, verfügen über die höchste Sicherheit und die höchste Bonität.

Der Ausgabepreis eine Anleihe entspricht nicht immer den Nennwert.

Anleihen können zum Nennwert (zu pari = 100%) oder über pari (> 100 %) oder unter pari (< 100%) ausgegeben werden. Das Unternehmen verpflichtet sich am Ende der Laufzeit die Anleihe zu einem festgesetzten Kurs – meist 100 % – zurückzukaufen. Da Anleihen über keine Sicherungssysteme verfügen, wäre bei einer Insolvenz eventuell das eingesetzte Kapital verloren bzw. bei einer drohenden Insolvenz würde der Anleihenkurs nach untern rauschen.  So kann dann aus einer Top-Rendite ein Verlustgeschäft werden.

Zinsen vs. Zeit

Bei einer Anlage in verzinsliche Wertpapiere hängt der Zinssatz von der Laufzeit der Unternehmensanleihe ab. Das heißt, je länger Sie dem Unternehmen das Geld leihen um so höher ist in der Regel der gewährte Zinssatz. Dafür gibt es auch eine ganz einfache Erklärung. Wenn der Markt davon ausgeht, dass die Zinsen zukünftig höher sein werden, so spiegelt eine längere Laufzeit die Markterwartungen wider.  Und der Anleger erwartet natürlich für eine langfristige Investition eine zusätzliche Rendite, weil er während der Laufzeit nicht über das angelegte Geld verfügen kann.

Ausstattung von Anleihen

Die Merkmale eine Anleihe sind in den s.g. Emissionsbedingungen aufgeführt. Die Emissionsbedingungen regeln also die Einzelheiten zwischen dem Emittenten und dem Anleger. Die wichtigsten Merkmale sind: Laufzeit, Währung, Rang im Insolvenzfall, Verzinsung und wie die Tilgung erfolgen wird.

Sicherlich gibt es über Anleihen noch sehr viel zu schreiben z.b. über die Zinsgestaltung über Nullkupon-Anleihen usw. In diesem Artikel habe ich aber bewußt nur das 1X1 einer Unternehmensanleihe beschrieben.

Fazit
Gut ausgewählte Anleihen sind eine sinnvolle Ergänzung in jedem Depot. Aber auch hier gilt der Satz: Je höher die Verzinsung, je höher das Risiko. Wichtig ist das Ausfallrisiko so gering wie möglich zu halten. Was bringen einem 13 % Zinsen, wenn eine Insolvenz des Unternehmens droht und das eingesetzte Kapital weg ist. Wie heißt es doch so schön “Gier frisst Hirn” und “Das Geld ist nicht weg, das hat nur ein anderer“.

Hinweis:
Dieser Artikel dient ausschliesslich der Information und stellte keine Kaufempfehlung oder Anlageberatung dar. Es wird auch keine Gewährleistung auf Vollständigkeit gegeben. Sprechen Sie mit ihrem Anlageberater.