Mehr Rendite mit der 200 Tage Linie

November 13, 2010 in Aktien, Anlagestrategie

Mit einfacher Mathematik können Anleger  auch ohne komplexe Anlagestrategien eine überaus beachtliche Rendite erzielen. Nämlich mit dem Signal der 200-Tage Linie.

Kaum ein Indikator findet bei der technischen Analyse einer Aktie oder eines Indizes soviel Beachtung wie die 200-Tage Durchschnittslinie. Charttechniker nutzen diese Methode um Verkaufs- bzw. Kaufsignale zu erkennen. Mit der 200-Tage-Strategie wäre eine Rendite von über 80 % innerhalb von 5 Jahren möglich gewesen (Basis: DAX der letzten 5 Jahre).

Wie wird der Durchschnitt berechnet:

Bei dem einfachen arithmetischen Mittelwert (AM), werden für den GD200 (Gleitender Durchschnitt 200 Tage) die Schlusskurse der letzten 200 Tage aufsummiert und einfach durch 200 geteilt.

Formel AM =
1. SK + 2.SK + 3.SK … +200.SK
200

SK = Schlusskurs

Die Mathematiker unter uns stellen in dieser Formel sofort fest,  dass der älteste Wert genau so viel Gewichtung hat wie der neueste Wert, da die summierten Schlusskurse ja einfach nur durch 200 geteilt werden.

Da die zukünftigen Kurse aber in einem engen Zusammenhang mit den aktuellen Kursen stehen, sollte den aktuellen Kursen eigentlich eine größere Gewichtung beigemessen werden. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, kann man mit einem gewichteten Mittelwert (GM) oder mit einem exponentiellen gewichteten Mittelwert (EM) arbeiten. An dieser Stelle kurz die Formel für den gewichteten Mittelwert.

Formel GM = (1.SK x 200) + (2.SK*199)…usw
(200+199….)

Der GM folgt den Kursen schneller und näher als der AM (durch die Gewichtung).

Der Glättungseffekt

Der Glättungseffekt hat nichts mit Hautcreme zu tun, sondern entsteht durch die Durchschnittsberechnung. Die 200-Tage Linie ist geglättet und gleitet über die Zeitreihe hinweg. Durch diesen Glättungseffekt können Signale und Trend  besser bestimmt und erkannt werden. Je mehr Tage bei dem gleitenden Durchschnitt berücksichtigt werden, desto geglätteter wird die Trendlinie. Bei einer Durchschnittsberechnung von 10 Tage (GD10), verläuft die Linie fast parallel zum Kurs.

Wann ist ein Kaufkurs bzw. ein Verkaufskurs vorhanden

Wenn der Kurs die GD200 von unten durchbricht, dann sollte man investieren.
Wenn der Kurs die GD200 von oben durchbricht, dann sollte man verkaufen oder lieber die Finger von der Investition lassen.

Die folgende Grafik zeigt den DAX innerhalb der letzten 5 Jahre. Innerhalb diesen Zeitraums gab es 2 Kaufsignale und 1 Verkaufssignal.

Welche Rendite hätte man nun erreichen können?
Der DAX lag am 11.11.05 bei ca 5100 Punkten. Das Verkaufssignal lag bei ca. 7600 Punkten. Hätte man bei 5100 Punkten gekauft und bei  7600 Punkten verkauft, wären das ca. 50 %. Hätte man nun  bei dem 2ten Kaufsignal bei ca. 4450 wieder gekauft und hätte man das Index-Zertifikat jetzt noch im Depot, wären das bei einem DAX von 6735 eine erneute Rendite von wieder ca. 50 Prozent.

dax 200 tage linie

Somit wäre mit der 200-Tage-Strategie  eine Rendite von über 80 % innerhalb von 5 Jahre möglich gewesen. Keine schlechte Rendite. Nur… leider ist es nicht so einfach und die Sache hat einen Harken. Wäre es so einfach, dann würde auch “Lieschen Müller” ihr Geld an der Börse machen.

Nur wenn sich der Kurs nachhaltig über bzw. unter der GD200 befindet, ergibt sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Trendsignal.  3-4% Abstand von der Durchschnittslinie sollten es schon sein, damit sich das Trendsignal nicht als Fehlsignal entpuppt. Und genau da liegt das Problem. Es handelt sich immer nur um gewisse Wahrscheinlichkeiten bzw. relative Häufigkeiten, dass das Ereignis so eintritt.

Fazit:
Mit dem gleitenden Durchschnitt erhält man zwar einen übersichtlichen Indikator. Allerdings ist es nicht der Blick in die Glaskugel, denn Signale bzw. Trends aus der Vergangenheit können nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für die Zukunftsprognose herangezogen werden. Das Entscheidende ist und bleiben die fundamentalen Einflussfaktoren.

Hinweis:
Der DAX ist eine eingetragene Marken und ein Produkt der “Deutschen Börse AG”