Mehr Erfolg mit Aktien: So funktioniert’s

April 22, 2010 in Aktien, Anlagestrategie

An der Börse viel Geld  verdienen, ein Leben in Luxus führen, dass ist der Traum von vielen. Aber für viele wird das nur ein Traum bleiben. Denn 2009 waren ca. 8.8 Millionen Bundesbürger in Aktien oder Investmentfonds investiert. Gegenüber dem Rekordjahr 2001 ist dieses ein Rückgang von mehr als 30 %.

Aber auch diejenigen, die mit Aktien, Zertifikaten, Optionen oder noch komplexeren Finanzprodukten handeln, können nicht unbedingt ein Leben in Saus und Braus führen. Die meisten Menschen verlieren nämlich Geld an der Börse. An der Börse wird ja kein neues Geld erschaffen, es wird ja nur umverteilt. Also:  Wenn jemand an der Börse gewinnt, muss es zwangsläufig auch Verlierer geben. Deshalb finde ich den Spruch sehr passend “Ihr Geld ist nicht weg – das hat nur ein anderer

Ein Aktienkurs kann sich grundsätzlich nur in 2 Richtungen bewegen, wenn wir die 3te Richtung,  die Seitwärtsbewegung,  mal außer Acht lassen. Somit gibt es rein mathematisch eine 50 / 50 Chance auf einen Börsengewinn.

Aber gibt es ein Geheimnis  um erfolgreich an der Börse zu sein?
Ich denke ja. Wichtig  ist natürlich, dass Sie sich mit den Produkten z.b. Aktien, Zertifikaten oder Fonds gut auskennen und das Sie  wissen, was Sie da kaufen und welche Risiken diese Produkt hat. Sie würden ja auch nicht unbedingt “Maden-Käse” essen wollen, nur weil auf der Verpackung “super lecker” steht.

Das 1×1 der Aktien ist also die Basis für alles weitere. Aber um erfolgreich zu sein, braucht man neben der Basis und der persönlichen Strategie auch  Eigenschaften wie Geduld, Disziplin und Behaarlichkeit. Gerade die Disziplin ist eine unterschätzte Eigenschaft. Manche schaffen es ja noch nicht einmal sich 3 x am Tag die Zähne zu putzen. Diese Menschen sollten dann auch lieber nicht mit Aktien spekulieren.

Zur Disziplin gehört z.b. das Sie ein Trading-Tagebuch führen. Dieses Trading-Tagebuch kann ein einfaches Excel*-Sheet sein und sollte mindestens folgende Informationen enthalten.

  • Welche Aktie Sie gekauft / verkauft haben?
  • Wieviel Stück Sie gekauft haben?,
  • Datum wann Sie gekauft und wieder verkauft haben?
  • Welches Ziel (Geldbetrag) Sie mit der Aktien erreichen möchten.
  • Wo das Stop Loss (SL) liegt?
  • Und ein Kommentarfeld, in dem Sie beschreiben, warum die Aktien gekauft bzw. verkauft wurde.

Zur Zielüberprüfung und zur Verbesserung der Selbstreflektion, sollte das Trading-Tagebuch in regelmäßigen Abständen ausgewertet werden.

Wie definiert man überhaupt ein Ziel?
Es ist kein Ziel zu sagen, “Ich will mit meinem Depot 10 % innerhalb von einem Jahr machen“. Bei dieser Formulierung werden die einzelnen Positionen des Depots nicht berücksichtigt und das Risikomanagement wird außer Acht gelassen. Eine vernünftige Zielformulierung könnte lauten:

Mit der Position XY erwarte ich eine Steigerung von X-Prozent.
Das Stop Loss liegt bei XY .

Durch diese Zielformulierung setzt man sich gedanklich bereits mit Verlusten auseinander und konkretisiert das Ganze durch eine Stop-Loss-Order. Durch die Stop-Loss-Order  können Sie ihre maximalen Verluste begrenzen. Sie sollten auch  ein einmal gesetztes Stop-Loss-Limit nicht wieder nach unten korrigieren. Nach dem Motto “Oh die Aktie fällt gerade. Jetzt mal schnell das Stop-Loss-Limit nach unten setzen, damit ich nicht mit Verlust verkaufen muss“.

Sicherlich kann man auch Pech mit dem Stop-Loss haben. Die Aktie fällt knapp unter die Stop-Loss-Marke, wird automatisch verkauft und kurze Zeit später steigt die Aktie wieder. Ist mir selbst schon passiert. Da sollte man sich dann nicht ärgern, sondern sich einfach freuen, dass man die Disziplin hatte das SL nicht zu korrigieren. Hätte ja auch anders laufen können. Danach sollte man aber unbedingt eine Selbstreflektion und eine Analyse durchführen, warum dieser Verlauf so gewesen ist.

Es könnte ja z.b. sein, dass ich mein SL bei 41,00 gesetzt habe. Das ist psychologisch  nicht sehr clever gewählt. Die Macht der ganzen Zahlen.  Bei ganzen Zahlen gibt es immer eine gewisse Widerstandslinie. Ein SL sollte deshalb immer eine krumme Zahl sein. z.b. 39,90 Euro.

Money Management
Unter Money Management versteht man die Betrachtung des gesamten Kapitals unter Berücksichtigung von Wertsicherungsstrategien und Größenfestlegung der einzelnen Positionen.

Klingt komplex. Ist es aber gar nicht.

Angenommen Sie haben 100.000 Euro. Würden Sie diese 100.000 Euro in eine Aktie investieren? Sicherlich nicht.  Als cleverer Investor würden Sie das Geld splitten. Sie würden einen gewissen Teil in Aktien investieren, einen anderen Teil z.b in festverzinsliche Wertpapiere oder Festgeld investieren und einen anderen Teil werden Sie Cash haben. Damit haben Sie eine Risikostreuung im Depot vorgenommen.

Im nächsten Schritt legen Sie fest, wieviel Verlust möchten Sie maximal mit ihrem Kapital machen. Dieser maximale Gesamtverlust wird anschliessend auf die einzelnen Positionen runtergebrochen. Somit  haben Sie für jede einzelne Position ein max. Verlust errechnet, den Sie mit einem Stop-Loss absichern.

Die einzelnen Positionsgrößen sollten dabei nicht zu groß sein, damit es psychologisch  leichter ist mit Verlust zu verkaufen. Der Fokus sollte auf  Blue-Chips  (Aktien mit besonders hohem Wertwert) liegen.

Persönliche Einstellung
Man kann Gewinne nicht erzwingen und Sie sollten sich von der Vorstellung lösen, dass Sie über Nacht Reich werden. Der Kapitalerhalt sollte immer im Vordergrund stehen. Sollte es dennoch mal nicht so gut laufen und man realisiert Verluste, sollten Sie nicht versuchen “Auf  Teufel komm raus” und mit hohem Risiko diesen Verlust schnell wieder zu kompensieren. Denn dadurch erreichen Sie oft das Gegenteil. Sie fahren das Depot komplett gegen die Wand.

Mit kleinen Schritten sollten Sie sich wieder aus dem Sumpf ziehen. Wie heisst es doch so schön “Auch die Lerche düngt den Acker“. Mit Geduld sollten Sie auf eine neue Chance warten und günstige Einstiegskurse nutzen. Die Chance wird kommen, man muss nur warten können. Manchmal kann es Monate dauern. Das handeln mit Aktien ist aber auch harte Arbeit. Man muss Märkte und Unternehmen beobachten und analysieren. Auch die Interpretation von Aktiencharts – wo könnten Widerstandslinien sein, wo könnten viele Stop-Kurse liegen – ist nicht zu unterschätzen.

Fazit
Grundsätzlich wird der Preis durch Angebot und Nachfrage geregelt. Aber Börsenkurse sind nun mal leider nicht rational. Es steckt sehr viel Psychologie und Zukunftsinterpretation in den Kursen. Um erfolgreich zu sein, sollte man sich eigene Strategien erarbeiten und diese ständig verfeinern. Seien sich vorsichtig bei Börsengerüchten “100% in einem Jahr – Garantiert”. Das geht nämlich meistens in die Hose. Je höher die Rendite. Je höher das Risko. Wieviel Risiko Sie eingehen möchten, sollte immer von Ihrer persönliches Lebenssituation abhängen. Wer aber nur auf Sicherheit setzt, verpasst die Chance auf eine hohe Rendite.


Das Online-Depotkonto der DAB bank

Hinweis
Excel ist eine eingetragene Marke und ein Produkt der Microsoft Corp.
Dieses Artikel stellt keine Garantie auf einen tatsächlichen Aktienerfolg dar. Wer mit Aktien handelt, sollte sich über das Verlustrisiko bewußt sein.
Dieser Artikel dient ausschlieslich der Information und ist keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung.