Die Idee von Behaviroral Finance ist, dass Verhaltensweisen der Menschen im Investitionsprozess mitberücksichtigt werden. Hierbei wird die Finanzwissenschaft mit der Pyschologie verbunden um das   irrationalen Verhalten bei der Kapitalanlage zu erklären. In experimentellen Beobachtungen wurde nachgewiesen, dass es den Homo Ökonomikus – also den rational handelnden Menschen- nicht immer gibt.

Der Kauf bzw. der Verkauf von Aktien ist meistens auch immer von menschlichen Verhaltensweisen geprägt. Typischerweise stellt man fest, dass ein Investor seine Gewinne nicht mitnimmt, weil der Investor Angst hat diese Gewinne wieder zu verlieren. Wenn der Investor aber Geld verliert, dann hofft er immer “Das geht schon wieder aufwärts!”. Beim Abwärtstrend verkauft der Investor viel zu spät, wenn er überhaupt verkauft. Der gedankliche Ankerpunkt, der Einstandspreis, soll wieder erreicht werden. Sobald es wieder aufwärts geht und der Ankerpunkt erreicht wurde, verkauft der Investor seine Aktie. Obwohl die Aktien vielleicht noch  mehr potential haben und weiter steigen würden, werden sie verkauft.

Ein Beispiel
Wie würden Sie sich entscheiden? Sie würden 7500,00 Euro auf jeden Fall verlieren oder Sie würden 10.000 Euro mit einer 75 % Wahrscheinlichkeit verlieren. Die meisten Menschen würden sich für die 2te Variante entscheiden, weil es hier noch die Möglichkeit gibt ohne Verlust aus der Sache rauszukommen. Dabei ist es aber so, das die Wahrscheinlichkeit einen Verlust in Höhe von 7.500 Euro zu erleiden ist in beiden Fällen gleich hoch ist.

Der Herdentrieb
Durch den klassischen Herdentrieb entstehen Über- bzw. Unterreaktionen bei dem Kauf- bzw. Verkauf von Aktien. Gibt es z.B. positive Meldungen für den Markt, so reagieren die Anleger erstmal abwartend. Nach dem Motto. “Mal gucken, wie sich der Markt entwickelt und auf diese Nachricht reagiert.”. Wenn nun die Aktien steigen, kaufen vereinzelt die privaten Anleger. Die Folge die Aktie steigt weiter.  Nun werden auch die Anleger nachdenklich, die noch nicht eingestiegen sind. Sie wollen auch von dem Aufwärtstrend profitieren. Der Aktienkurs ist aber nicht mehr gerechtfertigt. Die positiven Nachrichten sind schon lange in dem aktuellen Kurs eingepreist. Durch die Überreaktion ist die Aktie viel teurer als es die guten Nachrichten rechtfertigen würden. Die Folge: Die Aktie wird irgendwann fallen.

Bei negativen Meldungen ist das Verhalten der Anleger eher abwartend. Es kommt zu einer s.g. Unterreaktion der Anleger. Nach dem Motto: “Das wird schon nicht so schlimm werden”. Wenn die Aktie dann doch weiter fällt und der Anleger sich zum Verkauf entscheidet, ist es meistens schon zu spät.

Fazit:
Prinzipell ist es gerechtfertigt, dass man neue Ansätze, gegenüber den klassischen Analysemethoden, in die Finanzwirtschaft integriert. Es gibt bereits einige Fonds die aktiv Behavioral Finance einsetzen. Dennoch beschreiben die experimentellen Beobachtungen eher das Verhalten von Einzelpersonen.  Bei gruppendynamischen Prozessen steckt Behavioral Finance noch in den Kinderschuhen. Am besten Sie halten es wie Warren Buffet. Analysieren Sie Unternehemn genau und investieren Sie nur in bekannte Unternehmen, die Sie verstehen!

Weitere interessante Informationen über das Thema Behavioral Finance finden Sie auf der Seite von behavioral-finance.de